GCON-DB Assessment

Oracle auf AWS: RDS oder EC2?

Die falsche Zielplattform erzeugt später Betriebs-, Lizenz- und Migrationsprobleme. Die Entscheidung muss vor dem Umzug fallen.

Der Kern der Entscheidung

RDS reduziert Betriebsaufwand, nimmt aber Kontrolle weg. EC2 gibt Kontrolle, lässt aber mehr Verantwortung beim Betreiber. Die richtige Wahl hängt nicht vom Bauchgefühl ab, sondern von Features, Lizenzen, Betriebsmodell und Modernisierungsziel.

RDS for Oracle passt eher, wenn

  • Managed Service wichtiger ist als maximale Kontrolle
  • die benötigten Oracle-Features in RDS unterstützt werden
  • Backup, Patching und Monitoring standardisiert werden sollen
  • kein voller Betriebssystemzugriff benötigt wird
  • das Ziel ein kontrollierter Cloud-Einstieg ist

EC2 passt eher, wenn

  • Enterprise-Features oder Spezialoptionen genutzt werden
  • OS-Zugriff, Agenten oder individuelle Backup-Prozesse notwendig sind
  • Migration möglichst nah am bestehenden Betrieb bleiben soll
  • RDS-Einschränkungen fachlich oder technisch nicht akzeptabel sind

Bewertungsmatrix

BetriebsaufwandRDS reduziert Aufwand, EC2 erhält maximale Freiheit.
KontrolleEC2 bietet mehr Kontrolle über OS, Tools und Prozesse.
LizenzLicense Included, BYOL und Edition müssen gesondert bewertet werden.
ModernisierungBeide Wege können Schicht 1 sein, PostgreSQL kommt erst später gezielt.

Empfehlung

Die RDS-vs-EC2-Entscheidung sollte Bestandteil eines Oracle Cloud Readiness Assessments sein. Sie ist keine reine Infrastrukturfrage, sondern beeinflusst Lizenz, Betrieb und späteren PostgreSQL-Pfad.

FAQ

Wann ist RDS besser?

Wenn Managed-Service-Betrieb, standardisierte Wartung und RDS-kompatible Anforderungen im Vordergrund stehen.

Wann ist EC2 besser?

Wenn volle Kontrolle, OS-Zugriff, spezielle Agents oder nicht RDS-kompatible Betriebsanforderungen nötig sind.